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Gemeinde Schwaig b. Nürnberg

Behringersdorf



Das Gebiet um Behringersdorf war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie Grabfunde am nördlichen Ortsrand belegen. Beim Abbau von Sand wurden Gräber mit verschiedenen Grabbeigaben aus der jüngsten Hallstattzeit (bis etwa 500 v. Chr.) freigelegt. Die Nachbildung eines dieser Gräber ist in der Grünanlage bei der Straße "Am Zollholz" zu sehen.

Behringersdorf wurde urkundlich erstmals 1275 in einem bayerischen Salbuch erwähnt. Die Ortsgründung lag vermutlich wesentlich weiter zurück. Der Landstrich gehörte damals zum bayrischen Nordgau. Der Ortsname leitet sich wahrscheinlich von einem Reichsritter namens "Beringar" ab. In historischen Schriftstücken findet man die verschiedensten Schreibweisen für den Ortsnamen wie: "Pergersdorf, Perngersdorff, Bergnersdorf". Die schriftlichen Quellen aus dieser Zeit über den Ort und die Herrschaftsverhältnisse sind äußerst dürftig. Erst der Verkauf des Ortes an den Burggrafen von Nürnberg ist urkundlich belegt.

Im Jahre 1323 verkauften Gottfried von Brauneck (von Hohenlohe) und seine Gemahlin Margaretha, eine geborene von Gründlach, Behringersdorf und Malmsbach an den Burggrafen von Nürnberg. Die Burggrafen, die späteren Markgrafen von Ansbach, belehnten Nürnberger Bürger mit dem Ort. Einer dieser Lehensnehmer nannte seine Familie nach dem Ort die "Behringersdorfer" und stand auch zu dem benachbarten Rückersdorf in Beziehung.

Ein "Behringersdorfer" war es auch, der die Kirche in Rückersdorf erbauen ließ. Auf die Behringersdorfer folgten im Jahr 1419 die Schürstaben als Herren von "Behringersdorfer". Auch die Geuder von Heroldsberg hatten Mannschaften und Grundbesitz am Ort. Zum Ort gehörten im Mittelalter 12 bis 14 kleinere Bauerngüter. Die Familie Schürstab erbaute im Ort eine Kapelle, die im Jahr 1439 der Patronin Maria Magdalena geweiht wurde. Von den Schürstaben stammte wohl auch das "alte" Schloss unmittelbar nördlich der Kirche. An diese Familie erinnern heute noch die gekreuzten "Schürstäbe" im Gemeindewappen. 1514 verkaufte Franz Schürstab den Behringersdorfer Herrensitz samt Zugehörungen und Kirchenpatronat an die Nürnberger Patrizierfamilie von Tucher, in deren Händen er bis zum heutigen Tag verblieben ist. 1525 führte die von Tucher'sche Herrschaft die Reformation ein. Die Familie von Tucher entfaltete eine rege Bautätigkeit, die bis in die Gegenwart den Ortskern von Behringersdorf prägt. So entstanden ab 1716 das neue Schloss (blieb unvollendet, wurde von den Tuchern selbst nie bewohnt), 1719 die neue Kirche und 1749 das Pfarrhaus. Die größere Kirche wurde zum Teil auf den Fundamenten der alten errichtet. Baumeister der barocken Kirche war der seinerzeit berühmte Nürnberger Architekt Gottfried Trost, der auch die Egidienkirche erbaute. Der Stuck im Kircheninneren soll von dem italienischen Stuckateur Donatus Polli stammen, der ebenfalls in der Egidienkirche arbeitete. Mit der Markgrafschaft Ansbach fiel auch Behringersdorf für etwa 10 Jahre an das Königreich Preussen bis zur Eingliederung ins Königreich Bayern im Jahr 1807.

Behringersdorf liegt an der alten Handelsstraße von Nürnberg nach Prag. 1877 wurde in Behringersdorf eine Bahnstation an dieser Strecke gebaut. Bis zur Jahrhundertwende waren Landwirtschaft, Bienenzucht und die Arbeit in den Steinbrüchen des Reichswaldes wesentliche Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Im Jahr 1900 zählte der Ort etwa 1000 Einwohner, 1939 waren es 1802 und 1950 gar 2898 Einwohner. Bis 1961 stieg die Einwohnerzahl noch auf 3280 an, um dann in den Folgejahren wegen Baulandmangels zu stagnieren.

Behringersdorf verfügte über eine für seine Größenordnung gut ausgebaute Grundversorgung. Trotzdem konnte es bei der Gemeindegebietsreform seine Selbständigkeit nicht behalten und schloss sich am 15. Mai 1976 freiwillig mit der Gemeinde Schwaig b. Nürnberg zusammen.

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