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Gemeinde Schwaig b.Nürnberg

Schwaig ist Fairtrade Town



Mit einer zweiwöchigen Ausstellung im Rathaus möchte die Gemeinde Schwaig über den fairen Handel aufklären

Die Gemeinde Schwaig hat es geschafft. Sie darf sich seit Donnerstag "Fair-Trade-Town" nennen. Und um Mitglied der internationalen Städtekampagne zur Unterstützung des fairen Handels zu werden, reicht es nicht aus, dass ein Laden im Ort fairen Kaffee verkauft. Fünf Kriterien musste Schwaig nachweislich erfüllen, die in Deutschland vom Verein "Transfair" geprüft werden.

Dazu zählt der Ratsbeschluss, mit dem sich der Schwaiger Gemeinderat im Januar 2017 das Ziel setzte "Fair-Trade-Town" zu werden. Anschließend wurde unter der Leitung von Pfarrer Hans Zeller eine "Steuerungsgruppe" aus Schwaiger Bürgern gegründet, die etwa Schwerpunktthemen für den fairen Handel vor Ort setzen sollte.

Laut der Schwaiger Bürgermeisterin Ruth Thurner sei der Ratsbeschluss und auch das dritte Kriterium, mehrere ortsansässige Läden zum Verkauf von Fair-Trade-Produkten zu bewegen "ein zäher Prozess" gewesen. Auch die Kriterien vier und fünf, nämlich die Einbeziehung der öffentlichen Bevölkerung und der Medien, wurden von Schwaig gemeistert und nun hängt im Rathaus der Nachweis, dass sich die Gemeinde für den nachhaltigen und fairen Handel einsetzt.

Die rund 50 Besucher, die die Urkundenverleihung im Schwaiger Rathaus verfolgten bekamen gleich am Eingang einen Eindruck von der Schwaiger Welt der fairen Produkte. Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Ladens "Kolibri" boten Lebensmittel, Deko-Artikel und Kuscheltiere zum probieren und kaufen.

Zur Übergabe der Urkunde war Manfred Holz, Ehrenbotschafter der Initiative "Fairtrade Deutschland" angereist und fasste ein paar Fakten zusammen. Seit 2009 mit Saarbrücken die erste Stadt in Deutschland zur Fair-Trade-Town wurde, nahm die Kampagne bis heute bundesweit 628 Städte in ihre Mitgliederliste auf. 169 davon liegen in Bayern.

Bevor Holz die mit einer Glasscheibe geschützte Urkunde an Bürgermeisterin Thurner übergab, bat er seine Zuhörer, den fairen Handel zu unterstützen. "Es ist doch erstaunlich, dass sich Menschen Cappuccino-Maschinen für 2000 Euro kaufen und dann die billigen, unreif geernteten, Kaffeebohnen darin malen", sagte Holz.

Ehrengast Landrat Armin Kroder hatte die Gemeinde Schwaig 2016 auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Anlässlich der Verleihung rief auch er die Anwesenden dazu auf, sich an die eigene Nase zu fassen. "Wenn ab morgen die 1,7 Millionen Einwohner des Nürnberger Lands nur noch saisonale und regionale Produkte kaufen, reagiert der Einzelhandel blitzschnell. Es ist falsch, sich darauf auszuruhen, dass der einzelne nichts tun kann", sagte Kroder.

Die Auszeichnung zur Fair-Trade-Town war gleichzeitig der Auftakt einer Ausstellung im Schwaiger Rathaus. Große Stellwände schildern die 17 "Sustainable Development Goals", die die UN 2015 festgelegt haben. Diese Ziele einer nachhaltigen Entwicklung umfassen unter anderem die Bekämpfung von weltweiter Armut, die Förderung von Bildung und die internationale Versorgung der Menschen mit sauberem Wasser.

Anhand vergleichender Prozentzahlen und konkreter Beispiele können sich die Besucher der Ausstellung ein Bild davon machen, wie weit die internationale Gemeinschaft noch von diesen 17 Zielen entfernt ist. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September im Schwaiger Rathaus zu sehen.

Andrea Beck
Pegnitz-Zeitung


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