Gemeinde Schwaig

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Ortsteil Malmsbach


Wasserschloss MalmsbachWasserschloss (14. Jahrhundert)

Der kleine Ort Malmsbach westlich von Schwaig am linken Pegnitzufer gelegen, ist älter als Schwaig und war ein bedeutender Herrensitz. Seine erste urkundliche Erwähnung ging auf den selben Kaufvertrag aus dem Jahre 1323 zurück, bei dem auch Behringersdorf an den Burggrafen von Nürnberg überging.

Die Talburg Malmsbach hatte als Außenposten vor den Toren der freien Reichsstadt Nürnberg strategische Bedeutung. Die Stadt hatte das Recht, den Herrensitz im Kriegsfall mit eigenen Soldaten zu besetzen. Gut hundert Jahre später, anno 1426, kaufte Hans Rummel den Herrensitz und war damit schon der vierte Besitzer nach dem Burggrafen. Obwohl Rummel Mitglied des Nürnberger Rates war, verkaufte er das Anwesen an den Markgrafen Albrecht von Ansbach, also an den Erbfeind der Stadt Nürnberg.

Im ersten Markgrafenkrieg von 1449 stürmten die Nürnberger Truppen die von den Ansbachern besetzte Burg, zerstörten und brannten sie nieder. Dabei blieben nur die isoliert stehende Kapelle, Wall, Graben und Torgebäude erhalten. Nach diesem Krieg bot der Markgraf der Stadt Nürnberg Malmsbach wieder zum Kauf an; diese lehnte jedoch wegen des hohen Preises ab. Mit zunehmender Reichweite und Feuerkraft der Artillerie verloren die Herrensitze um Nürnberg ihre strategische Bedeutung.

1463 war ein Ludwig Pfinzing als Besitzer von Malmsbach aktenkundig. In der Folgezeit wechselten die Besitzer häufig. Darunter sind auch heute noch bekannte Nürnberger Familiennamen wie: Haller, Imhof, Tucher, Fürer, Löffelholz oder Grundherr. Der letzte Besitzer des Malmsbacher Schlosses war die Familie Grundherr. 1833 wurde der Gesamtkomplex "zertrümmert", d.h. die Gebäude wurden einzeln verkauft, Schloss und Kapelle abgerissen und durch Wohngebäude ersetzt. Die Schlossgrabenteile wurden meist als Gärten angelegt. In diesem Zustand präsentiert sich die Anlage auch heute noch ihrem Betrachter.

In den letzten Jahrzehnten hatten die Besitzer immer wieder ihre Not mit der Sanierung der Anlage. So ließ das Hochwasser 1965/66 Teile des südlichen Mauerkranzes einstürzen. Unter Mithilfe der Gemeinde führten die Bewohner die notwendigen Arbeiten so gelungen aus, dass 1987 der Bezirk Mittelfranken eine Urkunde für besondere denkmalpflegerische Leistungen verlieh.

Erneute Schäden gab es zum Jahreswechsel 1994/95, als ein Hochwasser Teile des Mauerfutters unterspülte und eindrückte. Am pegnitzseitigen Teil der Malmsbacher Schlossmauer klaffte eine etwa dreißig Meter breite Lücke. In der Folgezeit gab es Diskussionen darüber, wie eine Reparaturmaßnahme bewerkstelligt werden könnte. Die Wiederherstellung der Mauer in der bisherigen Form, vom Bayer. Landesamt für Denkmalpflege naturgemäß favorisiert, hätte aber die stattliche Summe von 250.000 Mark erfordert. Dieser Betrag schien dem betroffenem Besitzer des Schlossanwesens doch zu hoch, so dass sich an der Situation zunächst nichts änderte. Eine Dauerlösung konnte dies jedoch nicht sein. So entschloss man sich schließlich, die Lücke mit einem wesentlich geringeren Kostenaufwand durch einen Verbau unter Verwendung von Wasserbausteinen (Kalkbruchsteine etc.) zu schließen und damit auch die beiden Endstücke der noch vorhandenen Mauer vor weiterem Verfall zu schützen.
Das Torhaus des ehem. Wasserschlosses war bereits in den letzten Jahren aufwendig renoviert worden und zählt sicherlich zu den bedeutensten Gebäuden in der Gemeinde.


"Beuglerhof"Besonders erwähnenswert ist auch der denkmalgeschützte ehemalige Bauernhof in der Ortsmitte von Malmsbach ("Beuglerhof"). Er befindet sich südlich des Wasserschlosses und ist ein Wohnstallhaus mit besonders schönem Fachwerkgiebel.


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