Gemeinde Schwaig

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Schwaig



Der Ort Schwaig liegt am südlichen Rand des Pegnitztales gegenüber von Behringersdorf und verdankt seine Entstehung dem Zeidlerwesen.

Der Name "Schwaig" - althochdeutsch "Sweiga" - bedeutet einen umhegten Weideplatz. Die Zeidler hatten im Reichswald das alleinige Recht, Waldbienenpflege zu betreiben, d.h. Honig und Wachs zu ernten. Ihr Amt besaßen sie zu Lehen und waren mit eigenen Zeidelgütern ausgestattet. Dafür mussten sie Honig, später Honiggeld ihrem Lehensherren abliefern. Die Zeidler unterstanden einer eigenen Gerichtsbarkeit. Ihr Lehensherr war ursprünglich der König bzw. der Kaiser, bis Kaiser Karl IV 1350 das Zeidelrecht verpfändete. 1427 kam die Stadt Nürnberg in den Besitz der Pfandschaft, wurde damit Lehensherrin der Zeidler und blieb es bis zum Ende des alten Reiches (1803). In Schwaig gab es ein sog. "Zeidelmuttergut", das direkt dem Zeidelgericht in Feucht unterstand, dem aber noch Zeideltochtergüter abgabenpflichtig waren. Aus dem Zeidelmuttergut entwickelte sich der Herrensitz Schwaig, das heutige Schloss.

Schwaig gehörte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts den Grafen von Nassau. Diese verkauften es 1360 an den Burggrafen Albrecht von Nürnberg. Mit diesem Kaufvertrag trat Schwaig erstmals urkundlich in Erscheinung. Im 2. Marktgrafenkrieg (1552) und im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss schwer beschädigt und danach wieder notdürftig instandgesetzt. Im Laufe der Jahrhunderte traten auch hier - wie in Malmsbach - Nürnberger Patrizierfamilien, wie Ebner, Dietz, Lengenfelder, Gugel, Hardesheim, Dietherr, Waldstromer als Besitzer des Herrensitzes Schwaig auf. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das Zeidelmuttergut unter den von Dietherr'schen zu einem respektablen Herrensitz ausgebaut und erhielt dabei im wesentlichen seine heutige Gestalt. Der Kupferstich von C.W. Bock aus dem Jahr 1771 zeigt das Schloss mit seinen Nebengebäuden. Nach dem Güterverzeichnis von 1808 bestand das Gut aus folgenden Gebäuden: herrschaftliches Wohnhaus (Schloss), kleines Sommerhaus im Garten, Verwalterhaus, Scheuer, Gebäude mit vier Mietwohnungen, Taglöhnerhäuslein. 1821 ließen die von Waldstromer das Anwesen in sieben Teile parzellieren und verkauften diese. Das Schloss selbst behielten sie. Nach 1871 ging es in bürgerliche Hände über. In rascher Folge wechselten danach die Besitzer. 1952 kaufte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Behringersdorf das Schloss, um es der neugegründeten Kirchengemeinde Schwaig zu übereignen. Letztere nutzte es bis 1971 als Gottesdienstraum und als Pfarrer- und Mesnerwohnung. 1972 erwarb die Gemeinde Schwaig das Schloss um es zunächst zu vermieten und später einer öffentlichen Nutzung, insbesondere für kulturelle Veranstaltungen, zuzuführen.

Dies wurde inzwischen realisiert. Im Rahmen einer Städtebauförderungsmaßnahme wurde das Schloss umgebaut und renoviert. Es wird nun für Veranstaltungen wie Konzerte und Vorträge genutzt. Durch Zukauf benachbarter Grundstücke konnte der Schlosshof wesentlich erweitert und neugestaltet werden. In die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende große Fachwerkscheune wurde nach entsprechendem Umbau und Renovierung eine Bücherei und Räume für Kurse der Volkshochschule und andere Veranstaltungen eingerichtet. Der gesamte Schlossbereich wurde im September 1992 eingeweiht und im Rahmen einer Festwoche seiner Bestimmung übergeben. Die inzwischen dort durchgeführten Veranstaltungen, insbesondere das jährlich veranstaltete Schlossfest im Schlosshof, haben bei der Einwohnerschaft großen Anklang gefunden.

Die Einwohnerzahl von Schwaig betrug 1900 nur 408, sie erhöhte sich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1939 auf 2003, 1950 auf 3182 und 1961 auf 3988. Zwischen 1960 und 1970 nahm die Einwohnerzahl durch die Ausweisung und Erschließung von Neubaugebieten erheblich zu. Sie betrug Ende 1972 trotz der Umgemeindung des Ortsteiles Freiland mit ca. 600 Einwohnern in die Stadt Nürnberg immer noch 6036 Einwohner.

Nach 1950 wurde in Schwaig mit der Ansiedlung kleiner und mittlerer Gewerbebetriebe begonnen. Das hatte einen überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, im Handel und auf dem Dienstleistungssektor zur Folge. Dagegen war in Behringersdorf eine Ausweisung neuer Gewerbegebiete angesichts der beengten Flächenverhältnisse nicht möglich. Die Gewerbeansiedlung ist inzwischen abgeschlossen. Beim Gemeindezusammenschluss am 15.05.1976 zählte die neue Gesamtgemeinde 8902 Einwohner, wovon 2964 auf Behringersdorf und 5938 auf Schwaig entfielen. Die Einwohnerzahl ist seitdem rückläufig und betrug am 30.06.1998 nur noch 8429 Einwohner. Dies ist neben dem allgemeinen Geburtenrückgang auf den Mangel an Baugrundstücken im Gemeindebereich zurückzuführen.

Das Gemeindegebiet ist mit 593 ha relativ klein und erstreckt sich beiderseits des landschaftlich reizvollen Pegnitztales. Es ist im Norden (Behringersdorf) vom Sebalder Reichswald und im Süden (Schwaig) vom Lorenzer Reichswald begrenzt. Die Gemeinde ist zum Siedlungsschwerpunkt bestimmt und mit öffentlichen Einrichtungen sehr gut ausgestattet. Dies und die verkehrsgünstige Lage hat sie in den letzten drei Jahrzehnten zu einem bevorzugten Wohnort am Rande der Großstadt Nürnberg werden lassen.


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